Obwohl Dolby Atmos schon seit Anbeginn der PlayStation 4 und Xbox One existiert und im Laufe der Jahre auch seinen Weg in die Videospieleindustrie fand, stand es noch nie so im Mittelpunkt wie auf der diesjährigen CES in Las Vegas. Dolby Atmos ist das angesagte Sounderlebnis der Zukunft und erweitert das visuelle Erlebnis im audiophilen Bereich. Wir haben uns nach Atmos-Lautsprechern umgeschaut und sind dabei auf den Teufel Reflekt gestoßen, den wir euch nun näher bringen wollen. Mit dem Teufel Reflekt können wir unser bestehendes Heimkino ausbauen, um in den Genuss des modernen Tonformats zu kommen. Dazu wird natürlich ein Atmos-tauglicher AV-Verstärker benötigt. Die entsprechende Lizenz kann beim jeweiligen Hersteller eingesehen oder nachgefragt werden.

Was ist Dolby Atmos? Dolby Atmos ist ein objektbasiertes Wiedergabeverfahren von Dolby Laboratories. Das Verfahren weist jedem Lautsprecher ein individuelles Signal zu. Die nach oben strahlenden Reflekt-Lautsprecher, deren Schallwellen an der Decke reflektieren und so wieder zum Hörer gelangen, erreichen ein beeindruckend realitätsnahes Sounderlebnis. DTS:X ist das Konkurrenzformat zu Dolby Atmos. Dolby Atmos hat sich als Wiedergabeverfahren durchgesetzt und wird auf den meisten neuen Blu-rays verwendet. Auch Streaming-Anbieter wie Netflix geben Filme in Dolby Atmos wieder. Vereinzelt gibt es auch schon Spiele in Dolby Atmos – Metro Exodus auf der Xbox One S/X ist eines davon. Mit den kommenden Konsolen, der PlayStation 5 und Xbox Series X,  soll Dolby Atmos/ DTS:X den Spielern mehr und mehr geboten werden. Sony setzt dabei auf 360 Reality Audio, welches dem Dolby Atmos zur räumlichen Wahrnehmung des Sounds fast gleich kommt.

Teufel ist ein deutscher Hersteller von Lautsprechern , Hi-Fi- und Heimkinosystemen. Das Unternehmen wurde 1979 in Berlin gegründet. Schon damals wollte der Gründer Peter Tschimmel den Hi-Fi-Enthusiasten erschwingliche Lautsprecher bieten und so wurden Teufel-Produkte bereits im Jahr 1988 als Referenz-Lautsprecher ausgezeichnet. So etablierte sich das deutsche Unternehmen sogar zum Heimkino-Pionier und gehört heute zu den angesehensten Lautsprecher-Herstellern der Welt. Teufel kann heute auf eine über 30-jährige Erfolgsgeschichte blicken, deren Grundsatz sich bis heute nicht geändert hat: Lautsprecher zu einem erschwinglichen Preis anbieten, ohne dabei auf hochwertige Qualität verzichten zu müssen.

Ersteindruck, Ausstattung 

Ein Atmos-Allrounder 

Der Atmos-Reflekt-Lautsprecher wird in der bekannten Verpackung von Teufel binnen weniger Tage zu einem gesandt und präsentiert sich gut eingebettet schon fix und fertig für die Positionierung. Der Teufel Reflekt ordnet sich nicht in die bestehenden Serien wie Ultima, Theater oder Definion ein, er etabliert sich eher als Allrounder für alle bestehenden Serien. Der Teufel Reflekt ist paarweise in den Farben weiß und schwarz erhältlich und lässt sich daher wunderbar in ein bestehenden System integrieren. Auffallend im ersten Moment, sind die rückseitigen Bügel, die eine Positionierung an der Wand oder auf dem bestehenden Stereopaar ermöglichen. So lässt sich der Teufel Reflekt als upward-firing Dolby Atmos Speaker oder normaler Rear-Speaker verwenden. Auf der Rückseite befindet sich ein Wahlschalter um die Art der Aufstellung zwischen Reflexion und direkter Beschallung auswählen zu können. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Halterung auch um 90 Grad drehen, um den Reflekt-Lautsprecher, dem persönlichen Wünschen entsprechend, entweder hochkant oder quer positionieren zu können. Dazu lässt sich die Frontblende mittels einer magnetischen Ausführung entfernen oder gar das Teufel-Logo drehen. Wie immer spielt hier der persönliche Geschmack eine Rolle, den die Berliner uns überlassen – mit oder ohne Blende schick im Auftreten.

Die Reflekt wurden in edlem Glanzlack gehüllt.

Das aus MDF gefertigte Gehäuse ist beim Reflekt sehr hochwertig mit einem Hochglanzlack versehen worden und stellt sich damit über die Ultima-Serie, die uns mit ihrer Oberflächenbehandlung nicht so richtig überzeugen wollte. Die Abmessungen betragen 18,50 cm x 13,00 cm x 9,00 cm und bringen bemerkenswerte 1,5 kg auf die Waage. Im Inneren verbaute Teufel ein 2-Wege-System mit spezieller Abstrahlcharakteristik und langhubigem Tiefmitteltöner für hohe, verzerrungsfreie Pegel. So finden wir einen 25 mm Gewebe-Hochtöner und einen 90 mm Kevlar Tieftöner wieder. Letzterer tritt wie der Tieftöner aus der Ultima-Serie auf und ist optisch ein wahrer Hingucker. Für den Anschluss finden wir zwei vergoldetet Schraubklemmen vor, die uns einen Kabeldurchmesser von 2,5 mm erlauben oder Bananenstecker genehmigen. Wir empfehlen hier aber den direkten Anschluss, da Bananenstecker die Aufstellung erschweren.

Schauen wir uns den Teufel Reflekt genauer an, finden wir auf der unteren Seite das Dolby Atmos Logo wieder, das uns die Dolby-Atmos-Enabled-Speaker-Zertifizierung für die Erweiterung eines Heimkino-Sets bestätigt. Selbstverständlich kann der Atmos-Lautsprecher auch DTS:X und weitere 3D Audiosignale ausgeben.


Klangbild 

Imposante Deckenreflexion

Die Lautsprecher lassen sich natürlich auch an der Wand montieren

Da auch wir daheim die Atmoslautsprecher nicht an der Decke positionieren konnten, stellten wir die Reflekt auf unsere bestehenden Ultima 40 Standlautsprecher und wählten den „Reflective Mode“ auf der Rückseite aus. So kommt hier die Deckenreflexion zum tragen, indem der Schall an der Zimmerdecke in den Raum reflektiert wird. Dieser Effekt eignet sich hervorragend für Räumlichkeiten bis 20 Quadratmeter, darüberhinaus sollten eher zwei Paar Reflekt zum Einsatz kommen. Nach dem erfolgreichen Einmessen unseres Yamaha RX-V685 AV-Receivers, legten wir auch die erste Disk mit einer Dolby Atmos Tonspur ein. Hier kamen der Film Mad Max Fury Road, Rambo: Last Blood oder Hans Zimmer Live in Prag zum Einsatz.

So setzen sich die Teufel Reflekt auch gleich in Szene und unterstreichen ihre Daseinsberechtigung durch ein nun imposantes Klangerlebnis, das uns Filme intensiver, immersiver und mit wesentlich mehr Räumlichkeit erleben lassen. Während vorher der Klang eines Heimkinos sich eher auf einer Ebene bewegte, zeigen die Atmoslautsprecher, dass der Himmel nun von audiophilen Klängen ausgefüllt wird. Wir hören wie Blätter zu Boden fallen, Höhlen ein Mittendrin-Gefühl erzeugen und Flugzeuge über unsere Köpfe rauschen. Der Effekt der Reflexion an der Decke funktioniert wunderbar und füllt zugleich den kompletten Raum aus. Diese Leere, die vorher vorhanden war, ist einfach nicht mehr vorhanden. So spielen die Atmoslautsprecher von Teufel nicht nur eine untergeordnete Rolle in dem Paket eines Heimkinos, sondern werden zu einem Teil des Team unsere Boxenkonstellation.

rückseitiger Umschalter

Mit einer Leistung von 60 Watt sorgen sie zudem für ordentlichen „Wums“. Gerade bei einem Spiel wie Metro Exodus zieht uns Dolby Atmos mehr und mehr in ein Spiel, wenn das Wasser an den Wänden in der Kanalisation herunterläuft, unheimliche Geräusche durch die Röhren hallen oder ein Schusswechsel uns mitten in das Geschehen zieht – das geht durch das Ohr unter die Haut. Da freuen wir uns umso mehr auf die nächste Generation an Spielekonsolen, die nun endlich Dolby Atmos den Spielern mehr und mehr näher bringen soll.

Aber auch im Betrieb von Quellen ganz ohne Dolby Atmos Tonspur, konnten wir die Reflekt Boxen mit einbeziehen. So heben sie den Klang beim 7-Kanal-Stereo unseres Yamaha Receivers in eine neue Dimension. Effekte wie die Music Hall, Chamber oder Roxy Theater treten intensiver in Erscheinung, da nun auch die obere Ebene des Raums vom Klang unserer Musik erfüllt wird.


Fazit 

So macht die dritte Dimension Spaß

Wer schon immer sein Heimkino ganz einfach mit Dolby Atmos ausstatten wollte, erhält mit den Teufel Reflekt die perfekten Lautsprecher. Einfach auspacken, aufstellen, anschließen und erleben. Die Leistung und Verarbeitung hat bei weitem unsere Erwartungen übertroffen und heißt uns in der dritten Dimension des audiophilen Klangs willkommen. Einfacher kann man nun wirklich nicht sein Heimkino aufrüsten, um Filme in Dolby Atmos erleben zu können. Egal ob man nun schon eine Ultima-Serie daheim hat, eher auf die Theater-Serie gesetzt hat oder gar andere Boxen sein eigenen nennt, hier wird wahrer kraftvoller 3D-Sound geboten, der selbst das ortsansässige Kino vor Neid erblassen lässt. Für knapp 300 Euro werden nicht nur die Ohren verwöhnt, sondern auch jedes Spiel, jeder Film und Musik auf ein neues Level des Zuhörens gehoben. Dezent im optischen Auftreten, kraftvoll im Sound, elegant verarbeitet und mit einem überragenden Preis- Leistungsverhältnis. An den Teufel Reflekt wird jeder Atmosphäriker nur schwer vorbeikommen. 

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973